Initiativen für Kinderrechte ausgezeichnet

  "Wir bestimmen mit!" - unter diesem Motto steht in diesem Jahr der gemeinsame Preis des Kinderschutzbundes Niedersachsen und des Landes Niedersachsen für Kinderrechte.

Die drei ausgezeichneten Initiativen setzen sich dafür ein, dass Kinder und Jugendliche mitbestimmen – in der Kita, in der Jugendhilfe und in der Kommunalpolitik.

Im Namen von Dr. Carola Reimann, Niedersächsische Sozialministerin und Schirmherrin des KinderHabenRechte-Preises, überreichte Claudia Schröder vom Niedersächsischen Sozialministerium die mit insgesamt 9.000 Euro dotierte Auszeichnung an Vertreterinnen und Vertreter der drei Preisträger.

Mit angereist waren natürlich auch die beteiligten Kinder und Jugendlichen, denen bei der Preisverleihung im Hannoverschen GOP ein buntes Rahmenprogramm mit vielen artistischen Showeinlagen geboten wurde.

 

„Das Motto ‚Wir bestimmen mit!" zeigt, wie ernst es uns mit den Kinderrechten in Niedersachsen ist. Es geht nicht um Absichtserklärungen oder nette Worte“, erklärte Claudia Schröder. „Wir wollen, dass Kinder in Niedersachsen selbst über Dinge, die sie betreffen, mitentscheiden können. Wie das aussehen kann, zeigen beispielhaft die Preisträgerinnen und Preisträger.“

 

Der Landesvorsitzende des Kinderschutzbundes Niedersachsen, Johannes Schmidt, hob auch im Nachgang zum gestrigen Weltkindertag hervor: „Wir danken allen, die sich für die Kinderrechte ganz konkret stark machen. Auf der politischen Ebene werden wir uns weiterhin für die Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz einsetzen!“

 

Die ausgezeichneten Projekte sind:

1. Preis (4.000 Euro): Gemeinde Algermissen

Dazu die Jury: Die Jugendpflege der Gemeinde Algermissen initiierte bereits vor zwei Jahren ein Gesamtkonzept, das Kinderrechte bekannt machen soll und darüber hinaus die aktive Beteiligung von Jugendlichen bei der Entwicklung der Gemeinde vorsieht. Seither wurden zahlreiche Projekte mit Jugendbeteiligung umgesetzt, die den Stadtraum und den Alltag veränderten und kinder- und jugendgerechter machten. Die in dieser Zeit aufgebauten Kinder- und Jugendbeiräte, die auf kommunaler Ebene die politischen Verantwortlichen beraten, zeigen beispielhaft, dass das Thema der Beteiligung längst in den Köpfen der Jugendlichen angekommen ist und sie die Möglichkeit wahrnehmen, ihre Interessen geltend zu machen. Bei einer eigens geschaffenen Stelle eines Kinder- und Jugendbeauftragten finden sie immer ein offenes Ohr. Nach ihren Vorstellungen wurden Räume und Spielplätze geschaffen und umgestaltet, an denen sie sich treffen und aufhalten können. Diese werden gern angenommen. Dieses lebendige Engagement beeindruckt und inspiriert hoffentlich auch andere Kommunen. Algermissen ist ein Vorbild kommunaler Jugendbeteiligung! Wir gratulieren herzlich zum 1. Preis!

 

2. Preis (3.000 Euro): DRK Hort Neustadt am Rübenberge

Dazu die Jury: Ein Hort: Hierher kommen Kinder nach der Schule. Sie werden pädagogisch betreut, machen ihre Hausaufgaben und erhalten ein Mittagessen. Das reicht den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiterin im DRK-Hort Neustadt aber nicht: Ihnen ist es ein persönliches Anliegen, den Kindern eine Stimme bei der Gestaltung ihrer Hortzeit zu geben. Es gibt Gruppensprecher, ein Kinderparlament und monatliche Hortversammlungen. Und für den Fall, dass die Kinder sich beschweren möchten, gibt es ein transparent geregeltes Verfahren. Die Jungen und Mädchen fühlen sich gehört. In dem nach den Wünschen des Kinderparlaments entworfenen Projekt „Neustadt entdecken“ erlebten die Kinder bei über 100 Einzelaktionen ihre Heimat mit ganz neuen Erfahrungen und beteiligten sich aktiv an der Gestaltung ihres Wohnortes. Bei den Aktionen wurden sie auch vom Bürgermeister, der Polizei und von einem Radiosender empfangen. Das Hortteam ist hoch motiviert, weitere Ideen zu entwickeln, wie das Kinderrecht der Mitbestimmung und Mitbeteiligung im Gruppengeschehen weiter verankert werden kann. Eltern werden dafür sensibilisiert, wie ihre Kinder auch Zuhause mitbestimmen und mitgestalten können. Gratulation!

 

3. Preis (2.000 Euro): Pestalozzi-Stiftung Burgwedel

Dazu die Jury: Die Pestalozzi-Stiftung unterhält eine Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung in Burgwedel. Dort werden Kinder für einen Teil des Tages oder für einen bestimmten Zeitraum betreut, andere leben bis zur Volljährigkeit in der Einrichtung. Diese Jugendhilfeeinrichtung gibt Kindern auch Raum zur freien Entfaltung sowie Möglichkeiten, Zeit allein oder mit Freunden zu verbringen. Um diesen Raum selbstständig zu entwickeln, versammelten sich die Kinder und Jugendlichen. Die Idee: Ein Bauwagen wird zum Rückzugsort, den die Jugendlichen selbst gestalteten. Ein besonderes Highlight sind dessen Außenwände, welche auf 23 Sprachen das Wort „Willkommen“ zeigen. Dies war ausdrücklicher Wunsch der Kinder, die aus verschiedensten Nationen stammen und zusammenleben. Die Aktion hat den Jugendlichen gezeigt, wieviel man schaffen kann, wenn man sich zusammentut und sich für ein gemeinsames Ziel einsetzt. An diesem Beispiel erlebten sie beispielhaft, wie Mitbestimmung praktisch umgesetzt wird. Das Ergebnis dieser Versammlung hat die Kinder motiviert weiterzumachen und so entstand die sogenannte KIKO (Kinder- und Jugendkonferenz), die inzwischen einmal monatlich stattfindet und Grundlage der Beteiligung und Mitbestimmung in der Stiftung ist. Die Einrichtung unterstützt die Kinder und Jugendlichen mit Informationen über ihre Rechte und wie sie diese im Alltag verwirklichen können. Es wird sich zeigen, was für Ideen sie in Zukunft haben werden. Wir sind gespannt! Ein kreatives Projekt als Paradebeispiel dafür, wie viel Potenzial junge Menschen entfalten, wenn sie die Möglichkeit dazu bekommen. Wir sagen: „Weiter so!“

Jury 

Landesschülerrat Niedersachsen: Jonas Sonnenschein und Mara Langenberg 

Experte zum Thema: Prof. Waldemar Stange, Leuphana Universität Lüneburg 

Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung: Birgit Maaß 

Deutscher Kinderschutzbund Landesverband Niedersachsen: Joshua Koch

 

Hintergrundinformation

Seit 2008 loben das Land Niedersachsen und der Deutsche Kinderschutzbund Landesverband Niedersachsen den Niedersächsischen KinderHabenRechtePreis aus. Damit sollen die Kinderrechte, die das Land Niedersachsen 2009 in seine Landesverfassung aufgenommen hat, bekannt gemacht werden sowie Initiativen, die sich für die Rechte von Kindern einsetzen, als Best-Practice-Beispiele verbreitet werden

„Wir bestimmen mit!“: Preis für Initiativen in Niedersachsen, die sich für Kinderrechte einsetzen

HANNOVER. Unter dem diesjährigen Motto „Wir bestimmen mit!“ zeichnen das Land Niedersachsen und der Kinderschutzbund Niedersachsen wieder Initiativen aus, die sich für die Verwirklichung der Kinderrechte einsetzen. Der Preis ist mit insgesamt 9.000 Euro dotiert. Bewerbungen werden bis zum 15. Juni 2018 entgegengenommen. Eine öffentliche Ausschreibung wird aktuell landesweit versendet.

 

Weitere Informationen gibt es unter www.KINDERHABENRECHTEPREIS.de .

 

Die Schirmherrin Dr. Carola Reimann, Niedersachsens Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung betont: „Kinder haben ein Recht darauf gehört zu werden! Sie sind Expertinnen und Experten in allen sie betreffenden Angelegenheiten! Mit dem Preis wollen wir Kindern und Jugendlichen eine Stimme geben.“

 

Johannes Schmidt, Landesvorsitzender des Kinderschutzbundes Niedersachsen, appelliert: „Wir suchen Initiativen mit tollen Ideen, Engagement und Nachhaltigkeit. Nutzen Sie die Chance auf einen Preis und eine breite Öffentlichkeit für Ihre Aktion!“ Eine Jury unter Mitwirkung Jugendlicher legt fest, welche Aktionen die Preise bekommen. Im Rahmen einer Abschlussveranstaltung im GOP Varieté Theater in Hannover werden die Preisträger am 21. September 2018 für ihr herausragendes Engagement ausgezeichnet.

2017: Sozialministerin Cornelia Rundt zeichnet Initiativen für Kinderrechte aus

„Recht hast Du.“ - unter diesem Motto steht in diesem Jahr der gemeinsame Preis des Kinderschutzbundes Niedersachsen und des Landes Niedersachsen für Kinderrechte. Die drei ausgezeichneten Initiativen setzen sich dafür ein, dass Kinder, Jugendliche und Erwachsene über Kinderrechte Bescheid wissen. Denn nur wer seine Rechte kennt, kann sie einfordern und leben!

Cornelia Rundt, Niedersächsische Sozialministerin und Schirmherrin des KinderHabenRechte-Preises, hat die mit insgesamt 9.000 Euro dotierte Auszeichnung überreicht.

„Seit nunmehr 10 Jahren verleihen wir in Niedersachsen den KinderHabenRechtePreis an engagierte Initiativen, denn die Verwirklichung der Kinderrechte in allen Lebensbereichen braucht die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit für die Situation von Kindern und Jugendlichen“, betonte Ministerin Rundt bei der Preisverleihung. „Dazu leisten die heute ausgezeichneten Projekte einen wichtigen Beitrag – sie lassen uns aufhorchen und inspirieren uns zur Nachahmung. Wir brauchen eine kindergerechte Gesellschaft und eine Politik, die Kinderinteressen berücksichtigt. Deshalb ist es mir ein großes Anliegen, dass die Kinderrechte in das Grundgesetz aufgenommen werden und wir in Niedersachsen die UN – Kinderrechtskonvention weiter konsequent umsetzen.“

Johannes Schmidt, der Landesvorsitzende des Kinderschutzbundes Niedersachsen, hob auch im Nachgang zum Weltkindertag am 20. September hervor: „Wir wissen, dass sich viele Engagierte jeden Tag für die Kinderrechte einsetzen. Diese wollen wir gezielt unterstützen und ihre Ideen bekannt machen!“

Die Ehrung hat im Kreis der Preisträgerinnen und Preisträger stattgefunden, die mit ihren Teams und natürlich den beteiligten Kindern und Jugendlichen angereist waren. Den Kindern wurde der Preisverleihung im Hannoverschen GOP ein buntes Rahmenprogramm geboten.

Die ausgezeichneten Projekte sind:

1. Preis (4.000 Euro): Grundschule Bad Münder – Film AG „Auf dem Weg zur Kinderrechte–Schule“

Dazu die Jury: Im Schuljahr 2016/2017 hat sich die Grundschule Bad Münder umfassend mit dem Thema „Kinderrechte“ beschäftigt. Anlass genug für die Film AG, eine bereits bestehende Kinderrechte-Schule zu interviewen. Im Rahmen einer öffentlichen Vorführung sind mit dem daraus entstandenen Dokumentarfilm Schüler*innen und Kollegium, Angehörige und lokale Presse auf das Thema aufmerksam gemacht worden. Die wichtigste Frage lautete: „Was wollt ihr erreichen mit eurer Kinderrechte-Schule?“ Antwort: „Dass wir die Kinderrechte größer machen, und dass es mehr Leute wissen, dass es Kinderrechte gibt. Und wir wollen uns dafür einsetzen, dass sich mehr Leute anstrengen, dass die Kinderrechte auch eingehalten werden.“

Wir gratulieren einer Schule, die sich auf den Weg macht, die Kinderrechte fest in ihrer Praxis zu verankern und damit das demokratische Strukturen fördert. Entscheidend ist, dass Kinderrechte nicht nur mit besonderen Aktionen thematisiert werden, sondern zum pädagogischen Alltag und zum Profil von Schule und Umfeld gehören. Das geht alle gleichermaßen an: Kinder, Lehrkräfte und Eltern. Der erste Schritt ist getan! Wir wünschen weiterhin viel Erfolg dabei, die Kinderrechte in Schulen, in Familien und in ganz Bad Münder bekannt zu machen und nachhaltig mit Leben zu füllen.

2. Preis (3.000 Euro): Stadtjugendpflege Bramsche „Kinderbürgermeister“

Dazu die Jury: Mitbestimmen und Einfluss nehmen dort, wo man lebt. Das Kinderrecht auf Beteiligung gilt auch und ganz besonders in Kommunen, denn dort werden die Lebensräume von Kindern und Jugendlichen gestaltet. Ein lebendiges Gemeinwesen braucht engagierte junge Menschen. Wer den Herausforderungen von morgen begegnen möchte, beteiligt deshalb möglichst früh junge Menschen. In Bramsche partizipieren Kinder und Jugendliche allen Alters. Neben dem Jugendparlament werden seit 2013 auf Initiative der Stadtjugendpflege auch Kinderbürgermeister*innen gewählt. Sie bilden eine Brücke von Kindern in die Politik und zur Verwaltung der Stadt. Denn: Bei allen Sachen, die Kinder und Jugendliche betreffen, haben sie das Recht mitzuentscheiden und mitzuwirken – so, wie es in § 36 des Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetzes vorgegeben ist. Wir gratulieren zu dieser frühen demokratischen Zusammenarbeit mit Kindern und Jugendlichen.

3. Preis (2.000 Euro): Ambulanter Hospizdienst Aufgefangen e.V. „Fuchsbau - Kinder trauern anders“

Dazu die Jury: Diese einzigartige Initiative richtet sich an Kinder und Jugendliche, die Tod und Trauer erleben. Die Fuchsbau-Trauergruppe gibt ihnen einen Ort sowie Zeit und Gemeinschaft für ihre ganz persönliche Trauer. Denn Kinder trauern anders und werden oftmals in ihrer Trauer übersehen. Wenn Kinder und Jugendliche einen nahestehenden Menschen verlieren, haben sie das Recht auf Information und Beteiligung an dem, was passiert. Wird eine Auseinandersetzung mit ihren Fragen vermieden, entsteht Raum für Phantasien, die meist viel schlimmer als die Realität sind. 20 ehrenamtlich Engagierte, die professionell angeleitet werden, machen sich dafür stark, dass Kinder den Verlust in ihr Leben integrieren können und aufgefangen werden. Eine unschätzbar wertvolle Erfahrung für die Entwicklung der Persönlichkeit. Wir gratulieren zu diesem herausragenden Einsatz.

Jury

  • Landesschülerrat Niedersachsen: Birhat Kaçar sowie Laura Sophie Sabbedotti
  • Expertin zum Thema: Claudia Kittel, Monitoringstelle UN - Kinderrechtskonvention
  • Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung: Andreas Böer
  • Deutscher Kinderschutzbund Landesverband Niedersachsen: Johannes Schmidt


Hintergrundinformation

Seit 2008 loben das Land Niedersachsen und der Deutsche Kinderschutzbund Landesverband Niedersachsen den Niedersächsischen KinderHabenRechtePreis aus. Damit sollen die Kinderrechte, die das Land Niedersachsen 2009 in seine Landesverfassung aufgenommen hat, bekannt gemacht werden sowie Initiativen, die sich für die Rechte von Kindern einsetzen, als Best-Practice-Beispiele verbreitet werden

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